Gott ist Brasilianer.......

behaupten die Brasilianer selber, und jeder der das groesste Land Suedamerikas und das fuenftgroesste Land der Erde (24 mal so gross wie Deutschland) nur annaehernd kennenlernt, wird ihnen zustimmen. Denn wie sonst liessen sich all die Wunder der Natur, die Nachfahren zahlreicher Ethnien und Kulturen , die Gegensaetze zwischen Tradition und Moderne, zwischen Arm und Reich in einem einzigen Land vereinen. In Brasilien schlaegt das Herz Afrikas genauso wie das Europas, das der alten Indianervoelker ebenso wie das asiatische. Menschen aller Hautfarben leben mit- und nebeneinander, und Brasilien hat weit mehr zu bieten als die gaengigen Klischees von Karneval, Samba, Strandschoenheiten und Fussball.

So vielfaeltig wie die Landschaften, so zahlreich sind die Moeglichkeiten, einen Brasilien-aufenthalt zu gestalten. Ob jemand auf mangrovengesaeumten Nebenfluessen des Amazonas schippern und in der Haengematte im Urwald uebernachten moechte oder im Pantanalgebiet Krokodilen, Guerteltieren, sowie seltenen Voegeln auf der Spur ist, ein anderer vielleicht den Strand vorzieht, immerhin gibt es davon fast 8000 km, jeder wird auf seine Weise sein kleines Paradies finden.

Urspruenglich war Brasilien von Indianern bewohnt, hinzu kamen im Lauf der Jahrhunderte die portugisischen Eroberer, aus Afrika verschleppte Sklaven und Einwanderer aus allen Laendern Europas. Die einzelnen Ethnien sind nur selten rein erhalten, meist haben sie sich miteinander vermischt ohne den nationalen Zusammenhalt zu gefaehrden. Man muss dem brasilianischen Volk in Rassenfragen eine bemerkenswerte Toleranz zuerkennen, auch wenn es eine soziale Rangordnung gibt, die nicht zuletzt von der Hautfarbe diktiert wird.

Was Brasilien aber vor allem so anziehend macht, ist der Brasilianer. Oder, wie ein bekannter Werbespruch sagt : „Das Beste an Brasilien ist der Brasilianer“. Sie werden es merken, wenn Sie das erste Mal mit Brasilianern in Kontakt treten – die menschliche Waerme, die Sie zu spüren bekommen, die Gastfreundschaft, die Ihnen begegnet, die entspannte, zwanglose Art miteinander umzugehen. Und, nicht zuletzt, werden Sie von ihrer Liebe zu Musik und Rhythmus und ihrem Gespuer fuer Bewegung fasziniert sein. Brasilianer sind spontan, lebhaft, leicht zu begeistern – und sie feiern gerne, wann immer sich eine Moeglichkeit dazu ergibt. Fuer zurueckhaltende und kontrollierte Europaeer kommt die brasilianische Wesensart und Lebensweise oft einem Ueberfall gleich. Doch um Land und Leute kennen zu lernen, muessen Sie sich in das brasilianische Leben hineinwagen und sich anstecken lassen von der Freundlichkeit, der Offenheit, dem Humor und der Freude am Leben der Bevoelkerung. Und Sie werden feststellen, dass es sich mit einem Laecheln auf den Lippen leichter lebt.

Brasilien hat 180 Millionen Einwohner. Die Mehrzahl lebt in den grossen Staedten – allein São Paulo zaehlt offiziell 18 Millionen – und in einem circa 200 Kilometer tiefen Streifen entlang der Atlantikkueste. Der Rest verteilt sich ueber das riesige Land, das die Groesse eines Kontinents besitzt. Die Portugiesen als Entdecker und Kolonisatoren brachten die Sprache und die katholische Religion. . Nach heutigem Stand haben 55% der Bevoelkerung europaeische Wurzeln (hauptsaechlich Portugal, Italien, Deutschland und Spanien). 38% sind „Morenas“ und „Morenos“, die berühmte Mischung aus Negern und Weissen – in Brasilien gibt es auch noch die nette Bezeichnung „Café com leite“ (Milchkaffee) . 6% der Bevoelkerung sind Neger und das fehlende letzte Prozent teilen sich Japaner, Araber und indianische Ureinwohner. In São Paulo zum Beispiel leben ueber 5 Millionen Brasilianer italienischer Abstammung. Gleichzeitig ist die Stadt aber auch die groesste japanische Kolonie ausserhalb Japans.

Gutes Wetter (fast) das ganze Jahr ueber, Sonne, Waerme, herrliche Straende – das alles laedt zum Sport ein. Fussball ist Nationalsport und nationale Leidenschaft. Kein Land feiert so enthusiastisch die Erfolge seiner Nationalmannschaft – bisher wurde sie fuenfmal Welt-meister. Kein Land leidet so bei einem Misserfolg. Fussball wird ueberall gespielt – auf der Strasse, am Strand, auf dem Hinterhof, wo immer sich ein bisschen Platz findet. Die Fussbalclubs koennen aus einer riesigen Schar von Jugendlichen ihre Spieler auswaehlen und weiterentwickeln. Eine ganze Reihe bekannter Weltklassespieler kamen und kommen aus Brasilien – die Stars der Vergangenheit Zico und Pelé, die Stars der Gegenwart Ronaldo, Roberto Carlos, Robinho und vor allem Ronaldinho Gaucho, der in den letzten beiden Jahren zum weltbesten Spieler gewaehlt wurde. Und nicht zu vergessen – mit dem Maracana-Stadion in Rio hat Brasilien das groesste Fussballstadion der Welt. Andere Sportarten, in denen Brasilianer Erfolge erzielen, sind Beachvolleyball und Motorsport. Zwar hat seit Ayrton Senna kein Brasilianer mehr einen Weltmeistertitel erringen koennen, aber das Interesse an den Leistungen der brasilianischen Rennfahrer ist ungebrochen.

Die aus Afrika verschleppten Negersklaven praegten das Land durch ihre Religion, durch Musik und Tanz und gaben vielen Gerichten die bekannte „verschaerfte“ Note. Offiziell ist Brasilien ein katholisches Land, mit einem Anteil von 80% Katholiken an der Gesamt-bevoelkerung. Doch ein grosser Anteil vor allem der afrikanisch-staemmigen Bevoelkerung praktiziert die Kulte der aus Afrika mituebersiedelten heidnischen Religionen wie Umbanda und Candomblé und sieht kein Problem darin, sie gleichberechtigt neben dem katholischen Glauben bestehen zu lassen. Im letzten Jahrzent haben die evangelischen Kirchen starken Zulauf gefunden und machen jetzt circa 15 % der Bevoelkerung aus.

 

 

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