Rio de Janeiro, die «Cidade maravilhosa» . . .

«Alles was man dazu sagen kann, ist Anmut», schreibt Tomé de Souza, der portugiesische Kriegsmann, als er 1552 in Rio landet. Vielfältig und unerschöpflich präsentiert sich die Stadt auch heute. Für die Cariocas (Einwohner) ist sie die absolute «Cidade maravilhosa» (die Wunderbare).

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Am Südende der „Avenida Rio Branco“ im Stadtzentrum liegt die „Praça Floriano“, einer der eindrucksvollsten Plätze Rio de Janeiros. „Cinelândia“ auf der einen Seite ist ein lebhaftes Viertel mit Cafés, Bars und Kinos. Im nördlichen Teil der Praça befindet sich das prachtvolle „Teatro Municipal“ (Stadttheater), es ist das eindrucksvollste Gebäude am „Praça Floriano“, – dort sind die Oper und das Orchester der Stadt Rio de Janeiro beheimatet. Es wurde zwischen 1905 und 1909 errichtet, Verschiedene Marmor-Arkaden, aber auch Details in Bronze wurden aus Europa importiert Vitreaus schmücken das stilvolle Gebäude – der Bühnenvorhang wurde von Eliseu Visconti (1866–1944) bemalt und portraitiert insgesamt 75 berühmte Persönlichkeiten aus dem künstlerischen Bereich, wie beispielsweise Carlos Gomes, Rembrandt van Rijn und Richard Wagner. Im Untergeschoss befindet sich das mit Mosaiken ausgestattete Café do Teatro im Assírio-Saal. Museen Ebenfalls an der Avenida Rio Branco stehen zwei große neuklassizistische Gebäude: die „Biblioteca Nacional“ (eröffnet 1910) und das „Museu Nacional de Belas Artes“. Sehenswert ist auch das im Jugendstil errichtete „Confeitaria Colombo“, an der „Rua Gonçalves Dias“, wo man sehr gut essen kann.

An der „Avenida República do Chile“ findet man die moderne wie ein Vulkan aus Beton aussehende „Catedral Metropolitana“ mit einem Fassungsvermögen für 20.000 Gläubige. Nahe der neuen Kathedrale bei der „Station des Bonde“, fährt eine kleine Straßenbahn über den Aquädukt „Arcos da Lapa“ aus dem 18. Jahrhundert durch steile Kopfsteinpflasterstraßen zum Künstlerviertel „Santa Teresa“. Zahlreiche alte Kirchen und Klöster wie die „Candelária-Kirche“ (Igreja da Candelária) sowie das Kloster „São Bento“ (Mosteiro de São Bento) und andere Bauten aus der Kolonialzeit wie der Residenzpalast „Quinta da Boa Vista“ stehen in starkem Kontrast zur modernen Architektur. Im Stadtzentrum gegenüber dem würfelförmigen Petrobrás-Gebäude (Brasiliens staatlicher Erdölgesellschaft) liegt der kleine Park Largo da Carioca. Dahinter erhebt sich auf einem Hügel die einfache, weiße „Igreja e Convento de Santo Antônio“, die älteste und wohl schönste Kirche Rio de Janeiros. Neben dem Kloster „Santo Antônio“ steht die mit prachtvollem Barockdekor ausgeschmückte Kirche „São Francisco da Penitência“.

Die „Praça XV de Novembro“ in Ufernähe der Guanabara-Bucht war der Hauptplatz des kolonialen Rio de Janeiro; das elegante dreistöckige Bauwerk an der Südostseite ist der „Paço Imperial“, die erste Residenz von Johann VI. (1767–1826), König von Portugal, nachdem dieser seinen Hofstaat im Jahre 1807 nach Brasilien verlegt hatte. Nicht so weit entfernt, an der „Praça Pio X“ befindet sich die Kirche „Nossa Senhora da Candelária“. Ihr prachtvolles Innere ist gänzlich mit verschiedenfarbigem Marmor dekoriert, und Marmorengel stützen die beiden riesigen Bronzekanzeln.

Parks:

Die bekanntesten Parks in Rio de Janeiro sind der Botanische Garten (Jardim Botânico) und die „Quinta da Boa Vista“, der größte Park der Stadt. Im Stadtbezirk São Cristóvão gelegen, bietet der Park grüne Gärten, Seen sowie Sportanlagen und Spielplätze. Zu seinen Hauptattraktionen gehört insbesondere ein Zoo, der über 2.500 verschiedene Tierarten aufzuweisen hat, sowie das Nationalmuseum, das in der Kaiserzeit gegründet wurde.

Der Botanische Garten,

Anfang des 19. Jahrhunderts auf Veranlassung des Prinzregenten Johann VI. angelegt, ist eine der bedeutendsten Grünflächen der Stadt.

Darin gibt es mehrere Sehenswürdigkeiten, darunter das „Kuhlmann-Museum“, den Sitz der Gartenverwaltung, das Portal der früheren „Academia Imperial de Belas Artes“ (Kaiserliche Akademie der Schönen Künste), die nach Zerstörung des Gebäudes von Grandjean de Montigny (1772–1850) in den 1930er-Jahren hierher verlegt wurde, sowie die frühere Schießpulverfabrik. In der Nähe befinden sich der „Horto Florestal“, die Baumschule, sowie der „Solar da Imperatriz“, das ehemalige Palais der Kaiserin (an der Estrada Dona Castorina)

Rio besitzt den grössten städtischen Regenwald der Welt (seit 1992 Nationalpark), den Floresta da Tijuca

Naturdenkmäler

Der „Zuckerhut“, ein Wahrzeichen Rio de Janeiros, ist ein 394 Meter hoher Granitfelsen, der der Stadt auf einer Halbinsel im Atlantik, in der Guanabara-Bucht gelegen, vorgelagert ist. Er wird in Brasilien „Pão de Açúcar“ (wörtlich Zuckerbrot, der portugiesische Begriff für Zuckerhut) genannt, weil er die Form desselben hat. Zudem nannten die dort lebenden Indianer den Berg Pandasuka, wobei die Portugiesen Pão de Açucar verstanden. Auf den Gipfel des Berges führt eine Drahtseilbahn („O Bondinho“), ihre Kabine ist rundherum aus Glas, so dass man schon während der Auffahrt den Felsen sehen kann. Auf der südlichen Seite des „Zuckerhuts“ befinden sich die Strände von Copacabana, Ipanema und Leblon bis hin zum Felsen von Gávea. Auf der nördlichen Seite liegt die Bucht von Guanabara mit den angrenzenden Stadtvierteln Botafogo, Flamengo, Ilha de Governador bis hin zum Hügel „Dedo-de-Deus“ bei Teresópolis. Im Westen steht die Christusstatue auf dem Corcovado.

Freizeit und Erholung

Copacabana ist einer der bekanntesten Stadtteile Rio de Janeiros, der direkt am Atlantik liegt und über den berühmten vier Kilometer langen Sandstrand verfügt. Der halbmondförmige Strand mit der Promenade wird auch „Princesinha do Mar“ (Kleine Meerprinzessin) genannt und sah in den 1930er-, 1940er- und 1950er-Jahren sein goldenes Zeitalter. Als Stadtteil der Bohème, des Reichtums und des Glanzes ist Copacabana zum Thema vieler Musikstücke, Bücher und Bilder geworden. Ipanema ist der Name eines Stadtteils und eines berühmten Strandes von Rio de Janeiro. Neben Copacabana besitzt Ipanema den wichtigsten Strand Rio de Janeiros. Das direkt an ihn anschließende Stadtviertel gehört zu den gehobeneren und angenehmeren von Rio.Die Kombination von Strand und angenehmem Großstadtviertel ist in dieser Form einzigartig. Bekannt wurde das Viertel auch durch das Lied „Garota de Ipanema“ (The Girl from Ipanema) von Antônio Carlos Jobim. Zwischen dem ruhigen Strand von Copacabana (klares Wasser) und dem Strand von Ipanema (wildes Wasser) liegen der Felsvorsprung Arpoador („Harpunator“) und ein militärisch genutztes Fort.

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